EnEV Energieeinsparverordnung 2009

Für Wohn- und Nichtwohngebäude gilt: Wird elektrischer Strom aus erneuerbaren Energien im unmittelbaren Zusammenhang zum Gebäude erzeugt, kann die Strommenge, die dem errechneten Strombedarf der jeweiligen Nutzung entspricht, vom Endenergiebedarf abgezogen werden. Vorrangig muss der erzeugte Strom im Gebäude selbst genutzt werden; die überschüssige Strommenge wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das kann z.B. eine Photovoltaikanlage sein. In letzter Zeit drängen immer mehr Mini-Windkraftanlagen auf den Markt.

Die EnEV bewertet mit einem Primärenergiefaktor die Effizienz der unterschiedlichen Energieträger. Gas und öl liegen nach wie vor bei 1,1. Der elektrische Strom liegt jetzt bei 2,6 statt vorher bei 2,7. Somit geht die Erzeugung von Elektroenergie in Deutschland in die richtige Richtung. Diese Primärenergiefaktoren gelten jedoch nur für die Situation in Deutschland. Stärkere Verluste bei Gas und Öl entstehen jedoch im Ausland. Immer wieder sind im Fernsehen riesige sinnlos brennende Gasfackeln außerhalb von Deutschland in den Fördergebieten zu sehen. Diese Verluste und der dazugehörende Schadstoffausstoß vor den deutschen Grenzen werden auch bei der EnEV 2009 nicht berücksichtigt, obwohl überwiegend Gas und Öl aus den ausländischen Fördergebieten zu uns gelangen.

Ab dem 01. Januar 2010 sollen intelligente Strom - und Gaszähler (Smart-Meter) in Neubauten und Grundrenovierten Wohnungen zur Pflicht werden. Durch eine automatische Fernablesung per Funk oder Kabel kann der eigene Stromverbrauch zeitnah erfasst werden. Außerdem können Statistiken über den Jahresverbrauch erstellt werden. Ein Nachteil ist der fehlende Datenschutz, der sich immer mehr zum Problem bei der Nutzung moderner Informationstechnologie entwickelt. Irgendwann wissen die Elektromärkte wann der Kunde einen neuen Kühlschrank benötigt.

Weitere Regelungen der EnEV 2009 sind Nachrüstpflichten von veralteten Heizkesseln. Heizkessel die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und vor dem 01. Okt. 1978 erstellt wurden, müssen gegen moderne Kessel ausgetauscht werden. In nicht beheizten Räumen müssen Anlagenteile und Rohrleitungen für die Heizung und Trinkwarmwasser gedämmt werden. Eine Dämmpflicht besteht auch für ungedämmte oberste Geschoßdecken von beheizten Räumen, die nicht begehbar aber zugänglich sind. Das Ganze gilt aber erst im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 01.Februar 2002. Es gibt auch bestimmte Ausnahmen von diesen Pflichten.

Da durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise die fossilen Brennstoffe im Herbst 2008 deutlich gefallen sind, sind die Zeiten für Energiesparmaßnahmen schlecht. Dies ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Der Weltenergiebedarf steigt wieder an, und 2009 ist der Preis für Rohöl von 45 Dollar auf fast 90 Dollar pro Barrel (Stand Ende 2010) wieder gestiegen. Im Juli 2011 kostet ein Liter Heizöl ca. 85 Cent.  Die Erdgas- und Ölförderung wird in dieser Dekade ihren Zenith erreichen und somit wird der Blick des Bürgers für Energiesparmaßnahmen weiter geschärft werden.