Atomenergie

Atommüll - radioaktiver Abfall - eine strahlende Hinterlassenschaft

Beispiel:
Ursprüngliche Menge 100 g, Halbwertszeit eine Stunde. Nach einer Stunde sind noch 50 g übrig, nach zwei Stunden noch 25 g, nach drei Stunden noch 12,5 g usw..

Behandlung
Vor einer Einlagerung in ein Zwischen- oder Endlager bedarf der radioaktive Abfall einer Behandlung. Die Behandlung hängt davon ab, ob der Abfall fest, flüssig oder gasförmig ist, der Aktivität und der Strahlungsgiftigkeit. Fester Abfall vernachlässigbarer oder geringer Wärmeentwicklung wird volumenreduziert, an Zementmörtel fixiert und in Fässer oder Containern eingepackt. Radioaktiver Abfall in Flüssigkeiten wird abgetrennt. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Man kann die nichtaktive Flüssigkeit abdampfen und erhält die radioaktive Festsubstanz. Eine andere Möglichkeit ist das Ausfällen und Abfiltrieren der radioaktiven Stoffe. Mittels Ionenaustauschern können die radioaktiven Stoffe ebenfalls aus der Flüssigkeit entfernt werden. Die dadurch erhaltenen Rückstände werden mit Zementmörtel verfestigt und in Stahlfässer verpackt.

Flüssige Abfälle mit starker Wärmeentwicklung fallen als salpertersauere, wässrige Lösung bei der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennstäben an. Die Flüssigkeit wird durch Verdampfen angereichert und in speziellen Behältern gelagert. Nach mehrjähriger Lagerung ist die Aktivität soweit abgeklungen, dass die Lösung in eine Form umwandelt werden kann, die zur Endlagerung geeignet ist. Zur Endlagerung werden die Spaltprodukte mit geschmolzenem Glas vergossen und Glasblöcken geformt. Diese werden in Edelstahlbehälter gepackt.

Lagerung
Radioaktiver Abfall soll nach der entsprechenden Behandlung in tiefen geologischen Formationen endgelagert werden. Es ist geplant nicht oder nur schwach wärmeentwickelnden Abfall in der ehemaligen Eisenerzgrube Konrad in Salzgitter einzulagern. Stark wärmeentwickelnder Abfall sollen in einem Salzstock in der niedersächsischen Stadt Gorleben gelagert werden. Für beide Standorte existieren jedoch noch keine abschließenden Betriebsgenehmigungen, so dass sie noch nicht genutzt werden können.

Anti-AKW-Bewegung, Geschichte der Anti-Atomkraft-Bewegung

Aus dem Widerstand gegen die Kernenergie entwickelte sich bald eine neue politische Bewegung. Die Protestbewegung war eine keine einheitliche Organisation. Sie setzte sich aus unterschiedlichen Gruppen mit unterschiedlicher Zielstellung zusammen. So gab es unter anderen die wertkonservativen Ökologen, die linken Spontigruppen, die pazifistischen Gruppierungen, die sich um das militärische Mißbrauchspotenzial der Kernenergie sorgten, die Landwirte, die sich um die Verkäuflichkeit ihrer Produkte sorgten und viele andere. Diese Gruppen verfügten über keinen organisatorischen Überbau, sondern beschlossen grundsätzliches und anstehende Aktionen auf Kongressen, zu denen die einzelnen Gruppen ihre Delegierten entsandten.

Aus dieser Organisationsform wurde 1980 die Grüne Partei gegründet, die nach der erfolgreichen Bundestagswahl 1983 in den Bundestag einzog, in dem sie seit dem bis auf die Wahlperiode 1990/1994 ständig vertreten war. 1985 kam es in Hessen unter Holger Börner und Joschka Fischer als Umweltminister zur ersten rot-grünen Koalition auf Länderebene. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 vereinigten sich die Grünen mit dem aus der ehemaligen DDR stammenden Bündnis 90 zu der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Als es die Stimmenanteile ermöglichten, kam es nach der Bundestagswahl 1998 zu einer rot-grünen Koaltion und Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer. Im Jahr 2000 beschloss die rot-grüne Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie, was 2002 zu einer Novelle des Atomgesetzes führte. Diese Koaltion wurde 2005 von von der  schwarz-roten abgelöst. Der Erfolg der grünen Partei führte dazu, dass heute alle anderen politischen Parteien den ökologischen Gedanken in ihre Programme aufgenommen haben.

2010 wurde von der jetzigen schwarz-gelben Regierung der Atomaustieg verlängert. Alle Atomkraftwerke sollen weiter am Netz bleiben. Eine Brennelementesteuer wurde für die Betreiber der AKWs erhoben. Damit soll der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert werden. Die Proteste gegen diese Atompolitik flammten wieder auf. Im März  2011 steht durch die schreckliche Naturkatastrophe in Japan mit den dort beschädigten Atomkraftwerken die deutsche Energiepolitik wieder zur Disposition.


Aber nicht nur neue Organisationen entwickelten sich aus der Anti-AKW-Bewegung. In weiten Bevölkerungskreisen bildete sich ein anderes Bewußtsein über den Umgang mit der Natur. So zeigen Umfragen immer wieder, dass immer mehr Menschen Wert auf eine gesunde Ernährung legen. Immer mehr möchten von der zentralen Energieversorgung durch Riesenunternehmen weg, hin zu dezentraler Versorgung durch regenerative Energieträger, die unsere Umwelt und langfristig den Geldbeutel schont.

Störfälle in der Kerntechnik

Durch das immer noch geöffnete Sicherheitsventil trat weiterhin Dampf und Wasser aus, so dass der Druck im Primärkühlkreislauf weiter absank. Durch die Bildung von Dampfblasen verteilte sich das Wasser im System anders und der Druckbehälter füllte sich mit Wasser. Eine Füllstandsanzeige zeigte an, dass das System überfüllt sei.

Daraufhin wurde der Wasserzufluss gestoppt. Die Temperatur stieg über ca. 1,5 Stunden langsam an und die Pumpen des Primärkühlkreislaufes saugten anstatt Wasser nur noch Dampf an, was zu starken Vibrationen führte. Daraufhin wurden die Pumpen abgestellt und man glaubte, dass die natürliche Zirkulation den Wasserfluss aufrecht erhielt. Die Leitungen waren jedoch durch Dampf blockiert, so dass keine Zirkulation mehr stattfand und immer mehr Wasser verdampfte.

Die Wärme des oberen Reaktorteiles konnte nur noch unzureichend abgeführt werden. Bei den nun vorhandenen hohen Temperaturen fingen die Hüllen der Brennstäbe an sich zu zersetzen. Bei dieser Reaktion wird Wasserstoff freigesetzt . Der Wassestoff gelangte in den Sicherheitsbehälter des Reaktors, wo er mit dem Luftsauerstoff Knallgas bildete.

In der Zwischenzeit lag das ganze Kühlsystem still und der aufgeheizte Reaktorkern fing an zu schmelzen. Endlich wurde auch das offene Sicherheitsventil im Primärkreislauf bemerkt und ein nachgeordnetes Ventil geschlossen, so dass über diese Stelle kein Wasser und kein Dampf mehr entweichen konnte. Das ausgetretene Kühlmittel sammelte sich im Reaktorsicherheitsbehälter. Von dort wurde es fehlerhafter Weise in einen Sammeltank gepumpt, der überlief. Dem Bedienpersonal war nicht klar, dass der Kühlkreislauf zu wenig Wasser enthieltund große Teile des Kerns nicht gekühlt wurden.

Ca. 8 Stunden nach dem Eintritt des Störfalls wurde frisches Wasser in den Kühlkreislauf eingeleitet und ein Sicherheitsventil geöffnet, um den Druck abzulassen.

Kurz darauf explodierte das Knallgas im Reaktorsicherheitsbehälter. Nach 16 Stunden wurden die Pumpen des Kühlwasserkreislaufes wieder eingeschaltet und die Reaktortemperatur wieder abgesenkt.

Eine weitere Panne zahlreicher Störfälle in der Kerntechnik verlief um Haaresbreite noch mal glimpflich ab.