Raumklima
Die den Menschen umgebenen Temperaturen beeinflussen sein Wohlbefinden und seinen Körper. Das geht von Hitze, Wärme, Behaglichkeit bis Kälte. Unangenehm sind dabei unterschiedliche Temperaturen, die unseren Körper stark belasten. Die inneren Organe des Menschen benötigen eine gleich bleibende Temperatur von 37° Celsius und dabei ist das Gehirn besonders empfindlich.
Im menschlichen Körper befinden sich Temperatursensoren und der s.g. Hypothalamus, der sich im Gehirn befindet und an der Regulation der Körpertemperatur beteiligt ist. Der Hypothalamus funktioniert wie eine Zentrale, die Körperliches in Seelisches und umgekehrt ändert. Wenn diese thermische Regelung mit großer Genauigkeit arbeitet, kann die richtige Körpertemperatur eingehalten werden. Durch Krankheiten wie Infektionen wird diese Regelung gestört, und der Mensch bekommt Fieber, Gänsehaut, Schüttelfrost usw. Außerdem lässt mit dem Alter des Menschen die Fähigkeit mit Hitze und Kälte umzugehen, ab. Der Grund ist die geringere Durchblutung der Hautgefäße. Wird dem Körper mehr Energie entzogen als er produziert, empfindet der Mensch Kälte. Ab 8°C wandelt sich das Temperaturempfinden in Schmerzempfinden. Bei einer Temperatur über 50°C. empfindet der Mensch ebenso.
Der einzige Abwehrmechanismus des Menschen gegen zu große Wärme ist das Schwitzen. Der austretende Schweiß aus den Drüsen entzieht dem Körper Wärme und bewirkt Kühlung wenn er verdunsten kann. Wenn bei großer Wärme die Luftfeuchtigkeit ansteigt, kann der Schweiß immer weniger verdunsten, und man empfindet eine unangenehme Schwüle. Von Behaglichkeit und Wohlfühlklima ist dann keine Rede mehr.

Die bestmöglichen Lufttemperaturen sind für einen Menschen zwischen 18°C - 32°C, bei 29°C, dann ist der Regelaufwand im unbekleideten ruhenden Körper am geringsten.
Bei unangenehmerer Kälte, Wärme oder Luftfeuchtigkeit müssen wir uns mehr oder weniger bewegen, an- oder auskleiden oder einen Ort mit angenehmerer Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufsuchen. Ferner ist die Behaglichkeit des Menschen abhängig von sehr vielen Faktoren, wie Bekleidung, Raumtemperatur, relativer Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, körperlicher Bewegung, Alter und Geschlecht, Belegung der Räume, körperlicher Verfassung, Luftzusammensetzung, Gerüche, Staub, sowie Dämpfe. Ein Nordländer aus Lappland empfindet eine Temperatur von 10°C völlig anders als ein Südländer aus arabischen Ländern. Zusätzlich ist der Geräuschpegel für die Behaglichkeit entscheidend.

Im Winter kann eine kalte Fensterscheibe oder Innenwand einen zu großen
Temperaturunterschied hervorrufen, der vom Menschen als unangenehm
empfunden wird. Zu niedrige Raumtemperaturen können nach einiger Zeit
Erkältungen auslösen, besonders wenn die Beine unterkühlt werden. Die
Körperabwehr wird geschwächt und Erkältungen brechen durch eine zu
niedrige Rachentemperatur aus. Das kann bei einigen Menschen schon nach
10 Minuten geschehen. Hohe Raumtemperaturen sind unangenehm und das
Arbeiten fällt einem schwer. Außerdem erhöht sich bei ca. 30°C die
Unfallgefahr, vergleichbar mit einem Blutalkoholgehalt von 1 Promille.
Thermische Behaglichkeit und ein Wohlfühlklima werden erreicht, wenn der
regelungstechnisch geringste Aufwand des Körpers erreicht wird, also
kein Schwitzen und kein Kältezittern. So kann man durch eine sinnvolle
Bekleidung einiges an Heizkosten sparen. Stellt man bei einer
Außentemperatur von 4°C die Heizung auf 24°C ein, kann man, wenn man
sich einen warmen Pullover anzieht, die Heizung auf 20°C zurückstellen.
Das ergibt eine Ersparnis von 25%. Heizenergie.
Wichtig ist die relative Luftfeuchte die durch richtiges Lüften bestimmt
wird. Eine Luftfeuchte von 40 - 60% ist optimal. Unter 40% wird die
Ausbreitung von Bakterien und Viren gefördert; über 60% steigt die
Gefahr der Schimmelpilzbildung in den Räumen.
Einen Ort mit einem angenehmen Wohlfühlklima und Behaglichkeit zu
schaffen ist die Aufgabe der Raumluft- und Heizungstechnik. Eine Heizung
mit einer Wärmepumpe arbeitet im Gegensatz zu modulierenden Gas- und
Ölheizungen träger. Dadurch sind die Zimmertemperaturen und die
Temperatur der Heizkörper konstanter, wobei die Behaglichkeit gesteigert
wird.

