Kraft-Wärme-Kopplung, KWK nicht nur zur Stromerzeugung

Für den Besitzer eines Mehrfamilienhauses bietet sich so die lukrative Möglichkeit seine Mieter nicht nur mit Wohnraum, sondern auch mit Wärme und elektrischem Strom zu versorgen.

Kraftwerk Bergkamen für Strom und Fernwärmeerzeugung

In Deutschland besteht ein riesiger Investitionsbedarf in die Stromversorgung. Atomkraftwerke und überalterte herkömmliche Kraftwerke werden stillgelegt. Die Deutsche Energieagentur (dena) schätzt den Bedarf auf 40.000 Megawatt bis zum Jahr 2020. Dies bietet die Möglichkeit verstärkt hocheffiziente Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung einzusetzen. Da bei der Kraft-Wärme-Kopplung der größte Teil der eingesetzten Energie in Nutzenergie umgesetzt wird, bietet sie sich als Umwelt schonende, Ressourcen sparende und Klima schützende zukunftssichere Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken an.

Die in den dezentralen Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Wärme und der Strom entstehen verbrauchernah. Dadurch sind die Leitungsverluste zwischen der Produktionsstätte und dem Verbraucher sehr gering. Diese Leistungverluste, auch Netzverluste genannt, können bei Hochspannungsleitungen bis zu 5 % auf 100 km betragen. Es entstehen auch keine Kosten für die Errichtung und den Unterhalt dieser Leitungen. Ein weiterer Vorteil der dezentralen Versorgung ist die hohe Ausfallsicherheit. Noch gut in Erinnerung dürfte der Stromausfall im November 2006 sein, der neben Teilen Deutschlands auch Auswirkungen in Spanien, Italien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden zeigte. Insgesamt waren rund 15 Millionen Menschen betroffen. 2003 wurden Millionen an der Ostküste der USA und Kanada von einem Stromausfall überrascht, der auf eine Überlastung der Kraftwerke zurückgeführt wurde. Er ereignete sich gerade zu Beginn des einsetzenden Berufsverkehrs, so dass tausende in Fahrstühlen und U-Bahnen stecken blieben. Außerdem war der Flugverkehr teilweise durch den Ausfall der Flugsicherungssysteme beeinträchtigt.