Brennstroffzelle
Das Funktionsprinzip der Brennstoffzelle ist seit über 150 Jahren bekannt. Es ist die Umkehrung der Elektrolyse bei der Wasser nach 2 H2O -> O2 + 2 H2 durch Anlegen einer elektrischen Spannung an zwei Elektroden in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird.
Wirkungsweise
In der Brennstoffzelle werden an der Anode durch Oxidation nach 2 H2 -> 4 H+ + 4 e- Protonen und Elektronen erzeugt. An der Kathode entsteht durch Reduktion nach O2 + 4 H+ + 4 e- -> 2 H2O Wasser.
Die Gesamtreaktion lautet also 2 H2 + O2 -> 2 H2O. Diese Reaktion erzeugt theoretisch 1,23 Volt elektrischen Strom bei 25 oC. In der Praxis liegen die erhaltenen Spannungen jedoch nur bei 0,5 bis 1 Volt.
Aufbau am Beispiel einer Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle
In der Brennstoffzelle sind die Anode und die Kathode durch eine gasdichte Polymer-Membran, die nur für Ionen durchlässig ist, getrennt. Die Membran muss für Elektronen undurchlässig sein. Die Protonen müssen sie jedoch passieren können. Die Elektroden müssen eine große reaktive Oberfläche aufweisen und sind mit einer katalytisch wirkenden Edelmetallschicht versehen. Die freien Elektronen an der Anode nehmen ihren Weg zur Kathode. An der Kathode reagieren die Elektronen mit den durch die Membran gewanderten Protonen und dem Sauerstoff zu Wasser. Dabei wird neben Gleichstrom auch Wärme produziert.

Arten von Brennstoffzellen
Man unterscheidet fünf Haupttypen von Brennstoffzellen. Sie sind unterschiedlich nach Art des verwendeten Elektrolyten. Daraus ergeben sich auch verschiedene Betriebstemperaturen.
Alkalische Brennstoffzelle
(Alkaline Fuel Cell = AFC)
Als Anodengas dient Wasserstoff, als Kathodengas Sauerstoff. Sie leisten bei einer Betriebstemperatur von rund 80 °C zwischen 10 und 100 kW. Der Systemwirkungsgrad liegt bei rund 60 %. Ihr bevorzugtes Einsatzgebiet ist die Luft- und Raumfahrt sowie als Energieversorger in U-Booten.
Polymembran-Brennstoffzelle
(Polymer Electrolyte Membrane Fuel Cell oder auch Proton Exchange Membrane Fuel Cell = PEMFC)
Als
Anodengas dient Wasserstoff, als Kathodengas Luftsauerstoff. Sie
leisten bei einer Betriebstemperatur ab ca. 60 °C zwischen 0,1 und 500
kW. Der Systemwirkungsgrad liegt bei 30 - 50 %. Einsatzgebiet: Mobil und
Blockheizkraftwerke.
Phosphorsaure Zelle
(Phosphoric Acid Fuel Cell = PAFC)
Als
Anodengas dient Wasserstoff, als Kathodengas Luftsauerstoff. Sie
leisten bei einer Betriebstemperatur von rund 200 °C ca. 200 kW. Der
Systemwirkungsgrad liegt bei etwa 40 %. Ein Einsatzgebiet ist
beispielsweise die Kraft-Wärme-Kopplung.
Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle
(Molten Carbonate Fuel Cell = MCFC) Als Anodengas dient Wasserstoff,
der auch aus Erdgas oder Biogas gewonnen werden kann, als Kathodengas
Luftsauerstoff. Sie leisten bei einer Betriebstemperatur von rund 650 °C
250 KW. Der Systemwirkungsgrad liegt bei ca. 47 %. Mögliche
Einsatzgebiete sind Kraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung.
Oxidkeramische
Brennstoffzelle (Solid Oxide Fuel Cell = SOFC) Als Anodengas dient
Wasserstoff, der auch aus Erdgas oder Biogas gewonnen werden kann, als
Kathodengas Luftsauerstoff. Sie leisten bei einer Betriebstemperatur
zwischen 800 und 1000 °C bis zu 100 MW. Der Systemwirkungsgrad liegt bei
ca. 57 %. Mögliche Einsatzgebiete sind Kraftwerke und
Kraft-Wärme-Kopplung.
Anwendungen
Bereits
heute existieren Anwendungen für den Einsatz von Brennstoffzellen.
Einige sind noch im experimentellen Stadium, andere sind schon fast
marktreif. In einem sehr fortgeschrittenem Entwicklungsstadium befinden
sich stationäre Anlagen, die Wohnhäuser und Gewerbebetriebe mit
Heizwärme und elektrischem Strom versehen. Diese stationären Anlagen
sind in der Regel an das Erdgasnetz angeschlossen. Dabei wird das Methan
des Erdgases zu Wasserstoff reformiert und zur Strom- und
Wärmeerzeugung eingesetzt. Eine andere Anwendung ist der Antrieb von
Fahrzeugen. Dabei wird der entstehende Strom zum Antrieb von
Elektromotoren eingesetzt. An dieser Technik arbeiten viele europäische
Automobilhersteller. Diese Art des Antriebes ist nicht nur für Pkws
geeignet. Europaweit wird die Brennstoffzellentechnik auch gerade im
öffentlichen Personennahverkehr getestet. Ein besonders interessantes
Einsatzgebiet findet die Brennstoffzelle in der Stromversorgung von
mobilen Endgeräten. So steht die Stromversorgung von Notebooks mittels
Brennstoffzellen kurz vor der Serienreife. Dabei dient Methanol als
Wasserstoffspender, um eine möglichst hohe und lange Mobilität fern der
Steckdose zu erreichen. Noch im Versuchsstadium befindet sich die
Brennstoffzelle für Handys und PDAs. Messtechnik, Telemetrie, Wohnmobile
und Sportboote bieten weitere Einsatzfelder für die
Brennstoffzellentechnik. Sehr frühzeitig fand die
Brennstoffzellentechnik Einzug in die Luft- und Raumfahrt. Bereits 1965
wurde die Brennstoffzelle im Gemini-Programm der NASA verwendet. Die
Brennstoffzelle leistete rund 1 kW und lieferte als Abfallprodukt höchst
erwünschtes Trinkwasser.

